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foodstyling.

“Foodstylist? Was ist das? Besprüht man da nicht Hähnchen mit Klarlack , malt Essen mit Farbe an damit es aussieht als wär es gebraten, oder modelliert Eis aus Kerzenwachs, damit es nicht wegfließt während man versucht ein Foto zu schießen…?!””Nicht ganz…Also…Naja”. Was ist eigentlich Foodstyling?

“Als Food Styling bezeichnet man die Herstellung, Verfeinerung und Präparierung von Lebensmitteln zum Zweck der Werbung in Printmedien und audiovisuellen Medien…” – Das sagt Wikipedia

Aber was heißt das genau? Und kann man die Sachen danach essen? Oder landet das etwa alles in der Tonne? Ist das überhaupt nachkochbar, wenn die beim Foto eh nur tricksen?
All diese und andere Fragen hab ich mir gestellt, bis ich im Januar mein Praktikum bei Essen & Trinken, einem der erfolgreichsten Foodmagazine Deutschlands begonnen habe…

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Foodstylisten.
Es gibt solche, (S.o. im Dialog), die das “Food” hauptsächlich für Werbezwecke präparieren. Also z.B. die Pizza von Dr.Ö, den Big Mac, das Brathähnchen aus der Tiefkühltruhe.
Hier wird das Essen in der Tat soweit bearbeitet, dass es die beste Optik erhält, im Anschluss aber alles andere als zum Verzehr geeignet ist.
Meist ist die Optik sogar so gut, dass man sich ärgert, wenn man voller Vorfreude das Papier vom Cheeseburger öffnet und anstelle des so vermeintlich knusprigen Brötchens, mit saftiger Rindfleischbulette und zart schmelzendem Käse belegt, ein labberiges Etwas zum Vorschein kommt, das, vermutlich schon kalt, geschmacklich weit von dem entfernt ist, was eigentlich einen Cheeseburger ausmacht.
Dabei sah das Bild doch so lecker aus… Das ist klassische Manipulation. Werbung!

Und es gibt eben solche, die dieses “Food” tatsächlich aus echten Zutaten zubereiten, es hübsch anrichten und dann stets in Zusammenarbeit mit einem Stylisten oder einem Fotografen fotografieren, um es dann wenig später in einem dieser tollen Foodmagazine, Kochbücher o.ä. ablichten zu lassen.
Oft haben diese Foodstylisten noch darüber hinaus die Funktion, sich voller Kreativität, jeden Tag aufs neue, leckere Rezepte auszudenken und diese dann umzusetzen.
So ist der Foodstylist also von der Rezeptentwicklung, zur Umsetzung bis zur bildlichen Darstellung des Foods voll gefragt. Und genau das hab ich bei Gruner & Jahr gemacht. So oder so ähnlich…

Da ich ja zunächst mal “nur” der Praktikant war, durfte ich die meiste Zeit damit verbringen, all die leckeren Rezeptneuentwicklungen zu prüfen. Sprich: Nachzukochen und aufzufuttern. Und wenn die Küche, welche für bis zu 8 Stylisten zur Verfügung stand, voll war und jeder an die 4-5 Rezepte zu entwickeln, produzieren und nachzukochen hatte, kann man sich ausmalen, wie viel da an einem Tag zusammen kam.
Das Kantinenessen konnte ich mir jedenfalls die meiste Zeit sparen…
So vergingen 3 Monate wie im Flug. Viel zu schnell!

Besondere Highlights waren die eigenen Produktionen am Ende der Praktikumszeit, in denen man sich selbst in der Foodstylingtätigkeit probieren durfte. Von der Entwicklung bis zum Druck. Da hieß es dann kreativ sein und ein Händchen für Ästhetik beweisen.

Wer jetzt Interesse an der Tätigkeit des Foodstylisten im allgemeinen oder einfach nur Lust auf feine Rezepte hat, der kauft sich doch einfach mal am nächsten Kiosk die neue Essen & Trinken, Essen & Trinken – Für jeden Tag, Brigitte, Deli, Beef, Effilee, o.ä. Foodmagazine und stöbert.
Doch Vorsicht! Auch hier wird unterbewusst manipuliert. Das macht nämlich Hunger und bock aufs Kochen!

FJT7-14-Beilagen

Butter divers. Ob zur Ofenkartoffel oder zum saftigen Steak. Diese Butter zerschmilzt garantiert auf der Zunge! Heft: Essen&Trinken für jeden Tag, August 2014

FJT8-14 Tomaten

Da seh ich rot! Geschmorte Tomaten und Schweinekotlett können super miteinander. Heft: Esssen&Trinken für jeden Tag, August 2014

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tafelgold

Foodie. Koch. Foodstylist. Blogger.

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